Sicherheit Pensionskassenrente

Im Nachgang zu einem Interview des Exekutiv-Direktors der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Herr Dr. Frank Grund, Anfang Mai d. J., hat zum einen die Bild-Zeitung mit einer Seite1-Schlagzeile die Sicherheit der Pensionskassenrenten in Deutschland in Frage gestellt, nachfolgend haben aber auch weitere Medien wie die Süddeutsche Zeitung, die Welt etc. über das Interview von Herrn Dr. Grund und die darin enthaltenen Aussagen berichtet, was zu einer Vielzahl von Anfragen bei allen Pensionskassen geführt hat.

Wir wollen daher Folgendes klarstellen:

  1. Bei dem in Bezug genommen Interview handelt es sich um die jährliche BaFin-Pressekonferenz (diesmal am 3. Mai 2018), mit welcher zur aktuellen Situation Stellung genommen wird.
  2. Die Aussage dort war „Dauerzinstief und Lebensversicherer werden heute meist in einem Atemzug genannt. Was haben zwei weitere Niedrigzinsjahre mit den Pensionskassen gemacht, die noch stärker unter dem Zinsniveau leiden als die Lebensversicherer? Einige von Ihnen werden sich erinnern, was ich bei unserer Pressekonferenz 2016 dazu gesagt habe. Die Lage ist heute noch ernster als vor 2 Jahren und wenn die Zinsen auf dem aktuellem Niveau bleiben, wird sie sich noch weiter verschärfen. Ohne zusätzliches Kapital von außen werden einige PK nicht mehr ihre vollen Leistungen erbringen können. Diese Kassen begleiten wir besonders intensiv.“ (Zitat Dr. Grund, Auszug).
  3. Anlass für diese Äußerungen war unter anderem der jährliche Stresstest, dem sich die ca. 140 Pensionskassen in Deutschland jährlich unterziehen müssen. Dieser Stresstest simuliert anhand von Stress-Szenarien eine kurzfristige, adverse Kapitalmarktveränderung und betrachtet die bilanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen für die Pensionskassen. Hatten zum Stichtag 31.12.2016 noch 8 Pensionskassen den Stresstest nicht bestanden, so sind es zum 31.12.2017 diesmal 9 Pensionskassen. Bei den wenigen Kassen, die durchgefallen sind, handelt es sich nach BaFin-Angaben zudem durchweg um kleinere Pensionskassen, die nicht zu den 30 größten Unternehmen der Branchen gehören.
  4. Weiter thematisiert wurde eine kleine Anfrage der Grünen, ob Pensionskassen ihre Leistungen reduziert hätten/reduzieren müssen und die darauf erfolgte Auskunft der Bundesregierung, dass dies in 27 Fällen geschehen sei. Hierzu ist festzustellen, dass diese Pensionskassen jeweils für zukünftige Beiträge ihr Zinsniveau abgesenkt haben (ein Eingriff in bestehende, verzinste Beiträge ist nicht erfolgt), gerade als sinnvolle und vorausschauende Maßnahme angesichts des natürlich alle Lebensversicherer und Pensionskassen tangierenden Niedrigzinsniveaus.In Summe ist daher die Lage bei den Pensionkassen – abgesehen von Einzelfällen – nicht besorgniserregend, erst Recht gibt es keinen Grund zur Panikmache oder sind Betriebsrenten in Gänze in Gefahr.
  5. Für den DPV im Speziellen ist zudem positiv festzuhalten, dass wir rechtzeitig unsere Tarife angepasst und die Verzinsung (für zukünftige Beiträge) abgesenkt haben und im Kapitalanlagebereich auskömmlich und gut aufgestellt sind. Wir sind eine wachsende und gesunde Kasse, bestehen problemlos alle Stresstests und stehen gerade nicht – wie einige andere Marktteilnehmer – unter verschärfter Aufsicht der BaFin. Die in Bezug genommene Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten herrscht zwar seit Jahren vor, aber vorausschauende Kassen wie der DPV haben darauf eben auch rechtzeitig reagiert und ihre Kostenstruktur, die Verzinsung, etc. angepasst.

Sollten Sie gleichwohl noch Fragen zu diesem Thema haben, kommen Sie jederzeit gerne per E-Mail oder Telefon auf uns zu.